Mei-Lin Chua Reyes
Mei-Lin Chua Reyes
Journalistin & Kolumnistin Panabo City, Davao del Norte, PhilippinesMei-Lin Chua Reyes ist eine chinesisch-philippinische Journalistin aus Panabo City in Davao del Norte. Sie hat Massenkommunikation an der University of Mindanao studiert und sich früh auf politische Kommunikation und Medienethik spezialisiert. Aufgewachsen ist sie in einer Tsinoy-Familie: ihr Vater führt ein Haushaltswaren-Geschäft, ihre Mutter war Grundschullehrerin. Zwischen Kulturen, Sprachen und Perspektiven zu wechseln war für sie nie etwas Besonderes. Es war Alltag.
2019 brachte sie ein ASEAN-EU Youth Journalist Fellowship nach Europa. In Berlin, Brüssel und Hamburg besuchte sie den Bundestag, die DW Akademie und das ARD Hauptstadtstudio und diskutierte über Pressefreiheit und politische Systeme. Dabei verstand sie zum ersten Mal, wie anders Deutschland über sich selbst spricht, als die Welt über Deutschland spricht. Seitdem lässt sie die deutsche Perspektive nicht mehr los.
Aber Mei-Lins Verbindung nach Deutschland ist älter als das Stipendium. Ihr Bruder Michael lebt seit 2015 in München, und durch fünf längere Aufenthalte seit 2017 kennt sie den deutschen Alltag nicht aus Nachrichtenportalen, sondern aus Supermarktschlangen, Behördengängen und Familienfeiern in Garching. Eine Fernbeziehung mit einem deutschen Partner zwischen 2018 und 2022 vertiefte ihren Blick noch weiter. In dieser Zeit verfolgte sie deutsche Talkshows, Wahlkämpfe und Parteianalysen mit einer Intensität, die die meisten Deutschen nicht aufbringen.
Bevor sie über Deutschland schrieb, arbeitete Mei-Lin als Journalistin in Mindanao. Für die Mindanao Times, MindaNews und SunStar Davao berichtete sie über Governance, Korruption, Infrastruktur und Menschenrechte. Diese Themen zeigten ihr, wie unterschiedlich politische Systeme auf die gleichen Probleme reagieren.
Heute schreibt sie über das, was passiert, wenn zwei Welten aufeinandertreffen. Nicht in der Theorie, sondern dort, wo ein Lächeln in Manila etwas völlig anderes bedeutet als in München. Integration, die mehr ist als ein Sprachkurs. Kulturelle Missverständnisse, die keine sind. Die leisen Momente, in denen man merkt, dass man beide Seiten versteht und trotzdem zwischen ihnen steht. Ihr Blick ist analytisch, direkt und faktenbasiert. Den Blick von außen bringt sie mit, weil sie nie ganz drinnen war.
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